Die Fischerei – Ein Spezialfall der Seeschifffahrt

Die Fischerei unterscheidet sich in mehreren Punkten von der konventionellen Seeschifffahrt:

  • Behördliche Zuständigkeit: Nicht das Bundesministerium für Verkehr, sondern das Bundesministerium für Landwirtschaft Ernährung Ernährung und Heimat ist zuständig.
  • Flottenstruktur: Die Fischerei ist in verschiedene Flottensegmente unterteilt, die jeweils eigenen Vorschriften unterliegen.
  • Regelwerke: Auf europäischer Ebene werden die Regularien durch die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) festgelegt.
  • Hafenstruktur: Die Flotte ist überwiegend in kleinen, ländlichen Häfen angesiedelt.
  • Förderungen: Technische Modernisierungen werden vorwiegend über den Europäischen Fischerei- und Aquakultur-Fonds (EMFAF) unterstützt.
  • Unterschiede: Es gibt große Schwankungen bei Energieeffizienz, Einsatzbereichen und Hafeninfrastruktur.

Herausforderungen der Fischereiflotte

Schwankende Fischbestände, Klimaveränderungen und unterschiedliche Quoten haben dazu geführt, dass Investitionen in neue Technologien in vielen Bereichen ausblieben. Besonders die küstennahe Fischerei, die hauptsächlich aus kleinen Einzelbetrieben besteht, ist von:

  • fehlenden Kapitalreserven,
  • regulatorischen Schwankungen und
  • Spezialisierung auf wenige Zielarten

geprägt.

Das Ergebnis: Die Fischereiflotte ist teilweise stark veraltet (Durchschnitt: 37 Jahre alt, Fahrzeuge über 12m Länge 43 Jahre). Dieses Problem ist nicht nur in Deutschland zu beobachten, sondern europaweit (EU Durchschnitt 34 Jahre).

Im Gegensatz dazu ist die Hochseefischerei durch variablere Einnahmequellen, diversifizierte Kapitalstrukturen und die Möglichkeit, auf andere Fanggebiete oder Zielarten auszuweichen, weitgehend modernisiert.

Zukunftsperspektiven

Die Zukunftsfähigkeit der Fischerei hängt entscheidend ab von:

  • Transformationsmaßnahmen,
  • der förderlichen Unterstützung durch Programme wie EMFAF und
  • der Anpassung der Regelwerke an moderne Anforderungen.

Durch Modernisierung kann die Fischerei:

  • Treibstoff- und Wartungskosten reduzieren,
  • Wertschöpfung steigern,
  • die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und
  • die Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Flotte erhöhen