Allgemeines
Windantriebe nutzen Windenergie, um den konventionellen Schiffsantrieb zu ergänzen und den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Für die Fischerei sind sie aufgrund des aufwendigen Einsatzes und der eingeschränkten Flexibilität derzeit nicht als Hauptantrieb geeignet.
Technologien
Flettner-Rotoren
(Magnus-Effekt)
- Funktionsweise: Zylindrische, senkrecht montierte Rotoren erzeugen durch Rotation Schub über den Magnus-Effekt
- Materialien: Metall oder faserverstärkter Kunststoff
- Einsatzbedingungen: Effektiv bei Wind quer zur Fahrtrichtung; ideal in Kombination mit Routenplanung
- Einschränkungen: Große Rotoren (z. B. 30 m Höhe) schwer auf kleinen Fischereifahrzeugen einsetzbar; elektrische Antriebe für Rotorsteuerung nötig
Drachensegel (Kites)
- Funktionsweise: Großer, lenkbarer Kite über dem Bug erzeugt Zugkraft über Leinen
- Materialien: Leicht und robust, z. B. Nylon oder Polyester
- Einschränkungen: Einholmanöver schwierig in starkem Schiffsverkehr; hohe Aufbauten können die Stabilität beeinträchtigen
Starrflügelsegel
- Funktionsweise: Ähnlich wie Flugzeugtragflächen, vertikal montiert zur Nutzung horizontaler Windkraft
- Materialien: Aluminium oder faserverstärkter Kunststoff
- Einschränkungen: Hohe Aufbauten, potenzielle Instabilität auf kleinen Schiffen
Vorteile
- Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen
- Nutzung erneuerbarer Energiequelle
- Besonders auf größeren Neubauten zunehmend eingesetzt
Einschränkungen
- Hohe Aufbauten können Stabilität und Sicherheit auf kleinen Fischereifahrzeugen beeinträchtigen
- Bedienung (Flettner-Rotoren oder Kites) oft elektrisch unterstützt; nicht auf allen Fischereifahrzeugen verfügbar
- Einschränkungen bei Fischereioperationen: Netze, kurze Manöver und hoher Schiffsverkehr erschweren Einsatz
Einsatzbereiche
- Hochseeschifffahrt: Flettner-Rotoren zunehmend auf Neubauten
- Fischereifahrzeuge: derzeit nur begrenzte Umsetzbarkeit, mögliche Zukunftsperspektive bei kleineren Rotoren und angepasster Routenplanung