Transformations-Symposium „Neue Antriebe für eine bessere Zukunft“

In Wilhelmshaven wird im Hotel Atlantic über die Transformation der Fischerei diskutiert. Motorenhersteller, nationale und internationale Experten diskutieren zusammen mit Fischern Herausforderungen und Möglichkeiten, die Fischerei noch klimafreundlicher zu gestalten. Im Anschluss findet der Deutsche Fischereitag 2026 statt, sodass beide Events kombiniert werden können.

Auf dieser Seite wird das Programm aktualisiert und demächst weitere Informationen bereitgestellt.

09:00            Ankommen, Anmelden, Austauschen… und Kaffee

09:30            Begrüßung und kurze Einführung

Dr. Tim Dudeck, DFV


09:45            Der Weg der Schifffahrt zu Net Zero 2050

Henning Edlerherr, Maritimes Cluster Norddeutschland e.V. (MCN)

Das MCN gibt einen Überblick über die Klimaziele der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO und

darüber, was die Transformation in der globalen Schifffahrt antreibt.

10:00            Die Energy Transition Partnership for Fisheries and Aquaculture (ETP) – Der Fahrplan der EU für die

Dekarbonisierung der Fischerei

Vincent Guerre, SEA Europe, ETP Gruppe Schiffbau

Vincent Guerre vom europäischen Schiffbau-Dachverband SEA Europe stellt die Arbeit der ETP und seiner Gruppe vor und gibt Einblicke,

wie der Fahrplan für die Dekarbonisierung der Fischerei in der EU aussehen könnte.

10:15            Die Transformation der Fischerei in Deutschland

Dr. Tim Dudeck, DFV

Wie kann die Transformation in der deutschen Fischerei aussehen? Dr. Tim Dudeck zeigt drei Wege auf, wie die

Transformation in Deutschland gelingen kann.


10:30             Kaffeepause


11:00             Energy Audits und Projekt SeaGlow

Gorka Gabina und Joseba Castresana, AZTI, Spanien

Gorka Gabina vom spanischen Forschungs- und Technologiezentrum AZTI berichtet über die energetischen

Analysen spanischer Kutter und zeigt, wie Fischer bereits heute Treibstoff sparen können. Außerdem stellt er das

Projekt SeaGlow in der Ostsee vor, in dem Fischkutter verschiedene Umbaumaßnahmen zur Steigerung der

Energieeffizienz erproben.

11:15             Erfahrungen mit Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) bei Bestandsschiffen

Lutz Jankowsky, Bremenports taucher

Die Bremenports taucher benutzen bereits HVO für ihr Taucherschiff „Taucher bremenports“ und berichten von der Umstellung und den

Auswirkungen des Wechsels zu einem klimafreundlichen Treibstoff.

11:30             Developments in Emissions Measurement, Reporting, and Reduction

Kate Wright, Marine Stewardship Council (MSC), UK

Der MSC stellt Entwicklungen im Messen von Emissionen vor und wie diese für Berichte genutzt werden können,

um Einsparungen darstellen zu können. Ebenso stellt Kate Wright einen CO2-Fußabdruck-Rechner vor, mit dem

Fischer den CO2-Fußabdruck ihres eigenen Betriebs ermitteln können.

11:45             Smarte Routenplanung zum Fisch

Yannick Eberhard, Alwis Technologies GmbH

Der Propellerentwickler Alwis Technologies zeigt am Beispiel südamerikanischer Fischer, wie sich mit cleverer Routenplanung, einer darauf

abgestimmten Flottenstrategie und Propellerdesign Fangplätze effizienter erreichen lassen.

12:00             Hybridisierung und prädiktives Energiemanagement für Arbeitsschiffe

Sebastien Berthebaud, Vectura Systems GmbH

Die Vectura Systems GmbH stellt das Projekt HYBA zur Dekarbonisierung von Fischereifahrzeugen vor. Es zeigt, wie parallele

Hybridsysteme, Peak-Shaving und digitale Zwillinge (EcoBoatTwin) den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen signifikant senken

können.

12:15             LIBFISH: Innovationen für eine bodenschonende und emissionsarme Schleppnetzfischerei

Sebastien Berthebaud, Vectura Systems GmbH

Sebastien Berthebaud gibt Einblicke in das EU-Horizon-Projekt zur Transformation der Grundschleppnetzfischerei. Der Fokus liegt auf der

Verringerung von Meeresbodenberührungen und Kraftstoffeinsparungen.


12:30             Mittagspause


13:30              Videobotschaft von Hans Unkles, UK

Mit seinem selbst umgebauten Hummerkutter ist Hans Unkles der einzige kommerzielle Fischer in Schottland, der

voll elektrisch unterwegs ist.

13:40              Mit Solar und Elektroantrieb fischen und angeln

Emil Finne, Elvene Boats, Finnland

Emil Finne bringt eines seiner voll-elektrischen Boote mit Solarpanelen aus Finnland mit und zeigt vor Ort, wie

solche Boote schon jetzt für das Angeln und die kommerzielle Fischerei eingesetzt werden können.

14:00              Fischers Fritze fischt… mit nachhaltigen Brennstoffen

Prof. Dr. Wolfram Gottschalk, Dr. Thomas Kemski, IAV GmbH

Ob Dual-Fuel, Methanol oder HVO: Prof. Dr. Gottschalk und Dr. Kemski zeigen, welche Treibstoffe für Fischerei

für die Zukunft in Frage kommen und welche Vor- und Nachteile sie haben.

14:15              Hybride Antriebssysteme in der Hochseefischerei

Henk van Rijn, Parlevliet & Van der Plas (P&P) und Petur Thor Erlingsson, Deutsche Fischfang-Union (DFFU)

Die Hochseefischerei setzt bereits modernste Motoren ein. Hier berichtet Henk van Rijn und Petur Thor

Erlingsson berichten, was zur Kaufentscheidung führte und welche Erfahrungen die Firmen bereits machten.

14:30             Fragen und Antworten: Welche Antriebe, Wann und Wo?

Die Vortragenden stellen sich den Fragen des Publikums.


15:00             Kaffeepause


15:30             Entwurfskriterien für den Fischkutter der Zukunft – Ergebnisse umfassender Workshops mit den Fischern

M.A. Tammo Lenger, Fraunhofer Arbeitsgruppe Nachhaltige Maritime Mobilität, Hochschule Emden/Leer

Das Projekt-Team des KUNO-Projektes hat sich mit den Fischern ausführlich über die Design-Kriterien für einen Fischkutter der Zukunft

beraten. Die in den Bau des Prototyps einfließenden Ergebnisse werden vorgestellt.

15:50             „Wann geht es endlich los?“ Stand der technischen Durchplanung des Fischkutters der Zukunft

Prof. Dr.-Ing. Jann Strybny, M.Sc. Leonie Walter, Fraunhofer Arbeitsgruppe Nachhaltige Maritime Mobilität,

Hochschule Emden/Leer

Die Vergabe Die Vergabe für den Bau des Fischkutters der Zukunft wird auf vielen Ebenen technisch vorbereitet. Die Projektleitung

berichtet über den Stand der Arbeiten und die aktuell vorgesehene Zeitplanung.

16:10             Calamari, Thunfischsteak, Krabbenbrötchen? Was beim Zukunftskutter auf der Karte steht und wie man es

fängt.

Dr. rer. nat. Erik Sulanke, Thünen Institut für Seefischerei

Der Fischkutter der Zukunft wird als multifunktionales Küstenfischereifahrzeug konzipiert. Die fischereilichen Einsatzmöglichkeiten für das

neue Kutterkonzept werden erläutert

16:30             Vergleichende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und gesellschaftliche Erwartungen als Grundlage für die

Planung eines Fischkutters der Zukunft

M.Sc. Anja Feyen, Dr. Tobias Lasner, Thünen Institut für Seefischerei

Ein Fischkutter der Zukunft ist ein technisch komplexes Spezialschiff. Dieses wird sich nur durchsetzen, wenn es für die Fischer auch

finanzierbar ist.


16:50             Kaffeepause


17:05              Beiratssitzung für das Projekt ZukunftsKUtter NOrdsee (KUNO): Bau eines Demonstrators für ein

zukunftsweisendes Küstenfischerei-Fahrzeug zum Einsatz auf der Nordsee

Moderiert durch das Projektleitungs-Team:

Prof. Dr.-Ing. Jann Strybny, Dr. rer. nat. Gerd Kraus, Peter Südbeck

Der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird durch die Projektleitung persönlich eingeladen.


18:30              ENDE Tag 1


19:00 Konferenzdinner


09:00             Fischereifahrzeuge der Zukunft – Kleine und mittlere Küstenfischerei in Nord- und Ostsee

Dr. Daniel Stepputtis et al., Thünen-Institut für Ostseefischerei

Dr. Stepputtis und sein Projektteam informieren über den Stand des Kutterprojekts für die kleine und mittlere Fischerei in Nord- und Ostsee.


10:00             Nachhaltige Fischereiflotte: Schiffbau-Konzepte für den maritimen Wandel

Peter Lehmann, Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM)

Der VSM zeigt, welche Technologien im Schiffbau im Trend liegen, welche Effizienzmaßnahmen möglich sind

und welche Rolle der Schiffbau bei der Transformation der Fischerei spielen kann.

10:15             Refit der Bestandsflotte

Max Kolkmann, Buchloh Schiffstechnik

Die Firma Buchloh Schiffstechnik zeigt, wie die Bestandsflotte neu gedacht und modernisiert werden kann.

10:30            Schiffssicherheit für moderne Antriebe

Holger Steinbock, BG Verkehr

Sicherheit geht vor. Das ist auch bei neuen Antrieben so. Die BG Verkehr Dienststelle Schiffssicherheit informiert

über Zertifizierungen und was zukünftig zu beachten ist.


10:45             Fahrplan für die Deutsche Fischerei

Diskussion und Grußworte

11:15             Abschlussworte

MdB Christoph Frauenpreiß, Dr. Tim Dudeck


11:30            ENDE Tag 2 und des Symposiums

UK – Nicht-EU, aber gleiche Probleme

Britische Fischer stehen vor den gleichen Problemen wie die deutschen Fischer. Die britische Forscherin Wendy Chadwick untersucht und begleitet die Dekarbonisierung der britischen Fischerei wissenschaftlich an der Universität Hull. In Gesprächen mit Fischern ging es aber nicht nur um die Wissenschaft, sondern um einige Projekte der Fischer und ihre Ansichten zur Transformation. Leider gibt es auch auf der Insel viele andere Probleme: alte Flotte, wenige junge Fischer, neue Schutzgebiete. Windkraft ist auch auf dem Vormarsch, stellt aber für die Küstenfischer weniger ein Problem dar, da sie viele Fischgründe zur Verfügung haben und die Raumkonkurrenz rund um die Inseln geringer ist.

Zwei Projekte waren interessant, weil praktisch umsetzbar: Der Fischer und Bootsbauer Hans Unkles stellte sein 21 Fuß Boot „Lorna Jane“ vor, was er in Eigenregie vollelektrisch umbaute. Es ist der nach meinem Wissen einzige vollelektrische und kommerziell genutzte Fischkutter in Europa. Er hat sowohl einen Film über den Umbau gedreht als auch auf seiner Webseite Informationen und Erfahrungen geteilt (https://itllneverwork.boats/). Es ist guter Lesestoff mit vielen praktischen Erfahrungen zum Umbau, wer also, gerade unter den Ostseefischern, Interesse an einem Umbau hat, sollte sich einmal durch die Webseite klicken. Den Doku-Film (ca. 1 Stunde) kann man sich für eine Spende von 6,49 Britischen Pfund freischalten lassen. Den Trailer findet man auch auf Youtube, einfach nach „an all electric lobster fishing boat“ suchen.

Das zweite Projekt gehört zur Firma Ecomotus (https://www.ecomotus.com/). Es handelt sich dabei um ein nachrüstbares Einspritzsystem für Wasserstoff. Der Clou: Man braucht keinen Wasserstoff! Ein Elektrolyseur spaltet Destilliertes Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, je nach Bedarf der Hauptmaschine, während des Betriebs. Das System fügt dann der Einspritzung Wasserstoff zu, wodurch die Verbrennung sauberer abläuft. So lassen sich ca. 8-10% Treibstoff sparen und sowohl Rußpartikel als auch Stickoxide vermeiden. Rund 30 Fischereifahrzeuge, hauptsächlich Trawler, benutzen schon das Ecomotus System. Durch die Dieseleinsparungen kann sich das System schon nach 1-2 Jahren rentieren. Da das System nachgerüstet werden kann ist es auch der Größe der Hauptmaschine anpassbar.

Neue Fischereidirektorin zu Besuch in Büsum

Die neue Fischereidirektorin Prof. Dr. Engel Friederike Arkenau besuchte am 11. Juni den Fischereihafen Büsum, um sich vor Ort ein Bild von der Krabbenfischerei und den aktuellen Herausforderungen der Küstenfischerei zu machen. Auf dem Programm standen die Besichtigung eines Krabbenkutters, der Besuch einer Siebstelle sowie eine ausführliche Gesprächsrunde mit Vertretern der Fischerei. Während des Rundgangs auf dem Krabbenkutter Doggerbank informierte sie sich insbesondere über Maßnahmen zur Vermeidung von Beifängen, Emissionen und Müll. Prof. Arkenau zeigte sich interessiert an den bereits von der Fischerei umgesetzten Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt.

MCN Konferenz „Treibstoffe im Wandel“

Das Maritime Cluster Norddeutschland läd zum Fachaustausch über alternative Kraftstoffe für die maritime Wirtschaft ein. Methanol, Ethanol, HVO und Wasserstoff ist gefragt, doch in welcher Weise und welche Beimischung sind sie erlaubt? Wie kann es regional hergestellt werden? Das sind die Themen der MCN Konferenz.

Am 10. Januar kommt die Wiegeverordnung

Die neue EU Fischerei-Kontrollverordnung tritt am 10. Januar 2026 in Kraft. Umsetzung und Auswirkung auf die Fischerei und deren Transformation ist noch unklar. Fest steht: Es wird nicht einfacher, sondern verschlimmbessert die Situation und erhöht den bürokratischen Aufwand für Fischer und Behörden.